Lothar Pötzl

Geboren wurde der gelernte Graveur 1950 in Gera und arbeitete von 1994 bis 2015 hauptberuflich als Theatermaler am Theater Altenburg-Gera. Bodypainting entdeckte der verheiratete Künstler für sich 1993 als Ausdrucksform. Er macht sein Hobby zur Profession und entwickelte im Laufe der Jahre seine eigene künstlerische Handschrift,

die ihn auszeichnet und unverwechselbar werden ließ. Seither präsentiert er seine Werke auf vielfachen Ausstellungen und Messen. Insbesondere mit seinen Auftritten im Fernsehen (Sat1, VOX und MDR) erreichte er ein breites Publikum und wurde dadurch bundesweit bekannt.

Seiner künstlerischen Gefühlswelt lässt er freien Lauf, sodass seine Arbeiten ohne Titel vom Betrachter ganz unterschiedlich empfunden und interpretiert werden können. Farben- und ideenreich gestaltet er seine lebendigen Kunstwerke und beherrscht dabei jeden Pinselstrich so perfekt, dass man staunend und fasziniert jeden Augenblick des Bildentstehens in sich aufnehmen möchte. 

Die Arbeiten von Lothar Pötzl entstehen überwiegend in seinem Studio, wo er seine meist „weiblichen Leinwände“ bemalt. Der Körper fungiert hier als dreidimensionale Landschaft. Er lässt Farben und Formen auf der Hautoberfläche spielen – und je realistischer die Körperbemalung ist, desto aufwendiger ist die Arbeit. Manchmal nutzt er die freie Natur zur Inspiration zu seinen „Bildern“. Dann zieht es ihn in verfallene Gebäude, zu abgestorbenen Bäumen und maroden Wurzelstöcken.

Mit Surrealismus, Phantasie, Airbrush, Bodypainting, seinen Plastiken, und Fotografien gibt er nicht nur das Schöne und Glatte wieder, sondern auch das Zerbrochene und Morbide.

Die intensivsten Wirkungen erzielt Lothar Pötzl mit seinen Kompositionen, wenn er seine Models ihrer Umgebung angleicht, Elemente des Umfelds in die Malerei mit einfließen lässt und so seine Arbeiten mit der Umwelt gleichfalls verschmelzen. Um dabei die Übergänge noch fließender zu gestalten, mischt er auch gerne einmal Lehm und Erde in die Körperfarben. Es entstehen so „lebende Kunstwerke“, die den Betrachter auf eine sinnliche und wohlgefällige Reise schicken. Selbst gefertigte Masken und verschiedene Accessoires dienen ihm dazu, sein Arrangement zu einem homogenen Ganzen werden zu lassen, das dann – nur für den Augenblick geschaffen – zur Gundlage eines Fotos wird.

Der größte Reiz für Pötzl liegt in der optischen Umgestaltung des menschlichen Körpers. Erlaubt ist, was gefällt und was die Blicke des Betrachters auf sich zieht. Phantasie, Ideenreichtum, Kreativität und Inspiration verschmelzen hier zu einem eigenen Stil, dessen Ergebnis sich in einem Spiegelbild, also einem "zweiten Gesicht" in veränderter Form widergespiegelt. Als Farbe verwendet er ein atmungsaktives Creme-Farbgemisch der Firma Kryolan, das er mit den klassischen Mitteln der Malerei oder auch der Airbrush-Technik aufträgt.